Konzeption
Gemeindekonzeption der Evangelischen Kirchengemeinde Hainburg
Vorwort
Im Herbst 2003 hat der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Hainburg beschlossen, eine Gemeindekonzeption zu erarbeiten.
Die Gemeindekonzeption soll als Grundlage für die konkrete Formulierung von Zielen der Gemeindearbeit dienen. Sie enthält Leitsätze, an denen wir uns orientieren und benennt Schwerpunkte, auf die wir uns in den nächsten Jahren besonders konzentrieren wollen. Sie berücksichtigt dabei die besonderen örtlichen Gegebenheiten in Hainburg.
Der Kirchenvorstand ist der Meinung, dass eine Gemeindekonzeption nicht allein in diesem Gremium formuliert werden kann. Er hat Wert darauf gelegt, allen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden und allen interessierten Gemeindegliedern die Möglichkeit zu geben, sich an der Entstehung zu beteiligen. Die Konzeption war deshalb Thema einer Gemeindeversammlung im Januar 2005.
- Grundlegung
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Grundlegung
Die Evangelische Kirchengemeinde Hainburg ist volkskirchlich geprägt: Wir bejahen die Unterschiedlichkeit der persönlichen Zugänge zum christlichen Glauben sowie die verschiedenen Formen, diesen Glauben zu leben. Glaube ist nichts, was wir selbstständig produzieren könnten, sondern wird vom Geist Gottes in uns gewirkt. Die Vielfalt der Gaben und Begabungen von Menschen ermöglicht uns erst, Gemeinde zu sein.
Wir vertrauen auf Gott als Ursprung und Ziel allen Lebens und auf seine Liebe zu den Menschen. Wir erfahren Gott in der Bibel, im Gebet und in der Begegnung mit anderen. Mit dem Zuspruch von Gottes Liebe verbindet sich der Anspruch an uns, unser Leben so zu gestalten, dass wir diese Liebe weitergeben.
- 1. Unsere Gemeinde
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1. Unsere Gemeinde
Die Evangelische Kirchengemeinde Hainburg ist Teil des Evangelischen Dekanats Rodgau, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und damit auch der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Hainburg mit den beiden Ortsteilen Hainstadt und Klein-Krotzenburg hat ca. 16.000 Einwohner. Davon gehören ca. 2.700 zur evangelischen Kirchengemeinde.
Die alteingesessene Bevölkerung Hainburgs ist katholisch, evangelische Gemeindeglieder sind meist Zugezogene oder deren Nachkommen. Die Bevölkerung ist sozial und altersmäßig gemischt. Es gibt viele junge Familien; sehr viele Menschen pendeln zur Arbeit. Ein großer Teil der Paare lebt in konfessionsverbindenden Lebensgemeinschaften.
In Klein-Krotzenburg liegt das Alten- und Pflegeheim Simeonstift in Trägerschaft des Evangelischen Gemeinschaftsverbands Hessen-Nassau e.V..
In Hainstadt gibt es eine Kirche, das Gemeindehaus, das Pfarrhaus mit dem Gemeindebüro und die Kindertagesstätte "Am Kiefernhain" für 100 Kinder. In Klein-Krotzenburg haben wir eine Kirche mit zwei Gemeinderäumen und einem weiteren Pfarrbüro.
Die sonntäglichen Gottesdienste feiert die Gemeinde in beiden Ortsteilen. Zu besonderen Anlässen und an Feiertagen findet ein zentraler Gottesdienst statt. Kinder und Eltern treffen sich jeden Sonntag zum Kindergottesdienst im Gemeindehaus.
Die evangelische Kirchengemeinde hat ein aktives, lebendiges Gemeindeleben. Sie feiert jedes Jahr zusammen mit der Kindertagesstätte ein großes Gemeindefest. Viele verschiedene Gruppen, die ehrenamtlich betreut werden, haben in der Gemeinde ihren festen Platz: eine über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannte Frauengruppe; ein Literaturkreis; ein Folklore- und Meditationstanzkreis; ein seit vielen Jahren bestehender Seniorentreff; Krabbelgruppen; ein Mädchentreff, der jährlich eine Freizeit organisiert. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt es verschiedene Projekte. Hinzu kommen Angebote der Evangelischen Familienbildung wie Seniorentanz, Blumenstecken und anderes.
Kirchenmusik spielt in der Gemeinde eine große Rolle. Es gibt einen Chor, einen Bläserkreis, ein Blockflötenensemble und eine Gitarrengruppe der Kindergottesdienst-Kinder. Diese Gruppen gestalten Festgottesdienste mit und veranstalten ein bis zwei Konzerte im Jahr.
Es besteht eine intensive ökumenische Zusammenarbeit mit den beiden katholischen Gemeinden St. Nikolaus in Klein-Krotzenburg und St. Wendelinus in Hainstadt sowie mit den Schwestern des Klosters der Karmelitinnen in Hainstadt.
Der Kirchenvorstand, bestehend aus 12 bis 14 Gemeindegliedern und den Pfarrerinnen / Pfarrern, leitet die Gemeinde. Verschiedene Ausschüsse kümmern sich um die anfallenden Arbeiten. Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Pfarrerinnen und Pfarrer (1 ½ Stellen), Gemeindesekretärin, Gemeindepädagogin (½ Stelle), das Team der Kindertagesstätte und ein Zivildienstleistender. Nebenamtlich angestellt sind Organistin und Chorleiterin.
Informationen zur Kirchengemeinde finden sich auch im Internet unter www.hainburg-evangelisch.de und im Gemeindebrief "Kreuz & quer", der alle zwei Monate erscheint.
- 2. Unsere Schwerpunkte und Ziele
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2. Unsere Schwerpunkte und Ziele
In den nächsten Jahren wollen wir vor allem folgende Bereiche unseres Gemeindelebens weiter entwickeln:
- 2.1. Gottesdienst
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2.1. Gottesdienst
Das Feiern von Gottesdiensten ist der Mittelpunkt unseres gemeindlichen Lebens. Gottesdienste stehen allen offen. Sie unterbrechen den Alltag und bieten Raum zum Innehalten und Nachdenken. Das gemeinsame Singen und Beten nimmt uns hinein ins Loben und Danken, Bitten und Klagen. Im Hören auf das Wort Gottes in Lesung und Predigt können wir getröstet und aufgerichtet werden. Wir werden aufgefordert, die Texte und uns selbst zu befragen. Die Feier des Abendmahls stärkt unseren Glauben und unsere Gemeinschaft mit Gott und untereinander.
Gemeindeglieder und -gruppen wirken an der Gestaltung der Gottesdienste mit.Wir feiern:
- Sonntagsgottesdienste
- Fest- und Feiertagsgottesdienste
- Kindergottesdienste
- Kindertagesstätten-Gottesdienste
- Tauferinnerungsgottesdienste
- Schulanfangsgottesdienste
- Gottesdienste für Große und Kleine
- Gottesdienste mit Konfirmandinnen und Konfirmanden
- Gottesdienste anlässlich von Jubiläen
- Gottesdienste im Simeonstift
- Ökumenische Gottesdienste
In den Gottesdiensten erleben wir den Rhythmus des Kirchenjahrs. Wichtige Übergangssituationen des Lebens werden durch besondere Gottesdienste (Taufe, Konfirmation, Hochzeit, Beerdigung) und Seelsorge begleitet.
Unsere Ziele:
- Wir wollen in Zukunft unsere Gottesdienste noch einladender gestalten.
- In die Vorbereitung und Gestaltung von Gottesdiensten sollen mehr Menschen und Gruppen einbezogen werden.
- Die Gottesdienste sollen musikalisch vielfältig gestaltet werden.
- Wir wollen auch neue Gottesdienstformen entwickeln.
- 2.2. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
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2.2. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche können in unserer Gemeinde positive Erfahrungen mit Kirche und Glauben machen. Sie sollen ihre Vorstellungen von Gott und der Welt weiterentwickeln: Im kreativen und spielerischen Umgang mit biblischen Geschichten und Texten können sie sich mit Lebens- und Glaubensfragen auseinandersetzen. Dabei sind Gespräche, Gemeinschaft und Spaß ganz wichtige Elemente. Kinder und Jugendliche probieren eigene Fähigkeiten aus und übernehmen Verantwortung. Sie erhalten Impulse für eine sinnvolle Freizeitgestaltung.
Angebote:
- Religiöse Erziehung in der Kindertagesstätte
- Kindergottesdienst
- Kinderbibeltag und Weltgebetstag für Kinder
- Konfirmations-Unterricht
- Mädchengruppe und Mädchenfreizeit
- Selbstbehauptungskurse
- Verschiedene kreative Projekte
- Computer-Kurse
- Ausbildung zum Teamer / zur Teamerin (im Dekanat)
- Musikalische Nachwuchsausbildung für Orgel und Blechblasinstrumente (im Dekanat)
Unsere Ziele:
- Kinder und Jugendliche sollen als selbstverständlicher Teil der Gemeinde wahrgenommen werden.
- Kinder und Jugendliche sollen das Gemeindeleben verstärkt mitgestalten.
- Musikalische und kreative Projekte sollen regelmäßig angeboten werden.
- Angebote für ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden sollen verstärkt werden.
- 2.3. Diakonie
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2.3. Diakonie
Viele Bereiche diakonischen Handelns, die professionelle Hilfe erfordern, werden von der Dekanatsstelle des Diakonischen Werkes und dem Caritas-Verband wahrgenommen.
Diakonie ist jedoch auch ein wesentlicher Bestandteil christlichen Gemeindelebens. Daher soll diakonisches Handeln von Gemeindegliedern untereinander ein Schwerpunkt in unserer Gemeinde sein. Es bedeutet für uns Helfen und Begleiten, Kontakte herstellen und Begegnungen ermöglichen.
Was wir tun:
- Krankenbesuche
- Besuche bei besonderen Anlässen
- Besuche bei neu Zugezogenen
- Besuche im Simeonstift
- Mobiler Hilfsdienst durch den Zivildienstleistenden
- Fahrdienst zum Seniorenkreis
- Kleidersammlung
- Finanzielle Unterstützung karitativer Projekte
Unsere Ziele:
- Wir wollen in Zukunft versuchen, den Kreis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich diakonischen Handelns zu vergrößern.
- Wir wollen den Besuchsdienst im Simeonstift ausbauen.
- Wir wollen die Zusammenarbeit mit den evangelischen und katholischen Nachbargemeinden intensivieren.
- Wir wollen für neue Aufgaben, die auf uns zukommen, offen sein.
- 2.4. Austausch
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2.4. Austausch
Wir pflegen den Kontakt und den Austausch mit anderen Gemeinden. Dabei erhalten wir neue Ideen und Anregungen, die uns bereichern.
a) Ökumenischer Austausch
Der Kontakt mit den beiden katholischen Nachbargemeinden sowie das Verständnis "Wir sind gemeinsam Kirche" ist uns wichtig. Unsere Vision ist es, zur Einheit in versöhnter Verschiedenheit zu gelangen.
Was wir tun:
- Ökumenische Gottesdienste
- Ökumenische Bibeltage
- Ökumenische Bibelgespräche
- Gemeinsame Bildungsveranstaltungen
- Ökumenische Angebote für Kinder
Unsere Ziele:
- Wir möchten gemeinsam ein vielfältigeres Veranstaltungsangebot machen und Arbeit teilen.
- Wir möchten zu einer Partnerschaftsvereinbarung mit den beiden katholischen Nachbargemeinden kommen, die unsere Zusammenarbeit verbindlich beschreibt und ihr einen konzeptionellen Rahmen gibt.
- Wir möchten regelmäßig in unserem Gemeindebrief auf Veranstaltungen der katholischen Nachbargemeinden hinweisen und auch unsere Veranstaltungen bei ihnen veröffentlichen
b) Austausch mit evangelischen Nachbargemeinden im Dekanat
Wir sind als Evangelische Kirchengemeinde Hainburg Teil des Evangelischen Dekanats Rodgau und versuchen, die Zusammengehörigkeit untereinander zu stärken.
Was wir tun:
- Gemeinsame Dienstgespräche der Hauptamtlichen mit der Kirchengemeinde Seligenstadt
- Gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen mit der Kirchengemeinde Seligenstadt
- Kooperation der Diakonie-Ausschüsse
- Engagement auf Dekanatsebene
Unsere Ziele:
- Wir möchten die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen ausbauen.
- Die Pfarrerinnen und Pfarrer von Hainburg und Seligenstadt/Mainhausen sollen in beiden Gemeinden bekannt sein.
- Wir möchten regelmäßig in unserem Gemeindebrief auf Veranstaltungen der evangelischen Nachbargemeinden hinweisen und auch unsere Veranstaltungen bei ihnen veröffentlichen.
c) Interreligiöser Austausch
Wir fördern die Begegnung mit der muslimischen Gemeinde, um einander kennen zu lernen, Ängste abzubauen und Toleranz zu üben. Wir verstehen das als Beitrag zur Friedensarbeit.
Was wir tun:
- Interreligiöse Gespräche zu unterschiedlichen Themen
- gegenseitige Besuche
- Friedensgebete
Unsere Ziele:
- Wir möchten unsere Kenntnisse vom Islam vertiefen und der muslimischen Gemeinde auch unser Christentum erläutern.
- Wir möchten durch persönliche Begegnungen Interesse aneinander entwickeln.
- Wir möchten mindestens eine gemeinsame Veranstaltung im Jahr durchführen.
- Nachwort
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Nachwort
Diese Gemeindekonzeption ist nicht als festgeschriebenes Gesetz zu verstehen. Die aktuelle Situation der Gemeinde und die Rahmenbedingungen können sich ändern, wodurch sich andere Schwerpunkte ergeben können. Aus diesem Grund wird die Gemeindekonzeption zukünftig regelmäßig überprüft und überarbeitet werden.
Ansprechpartner für alle Fragen und Anregungen zur Gemeindekonzeption sind die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher sowie die Pfarrerinnen / Pfarrer der Gemeinde.
Hainburg, den 10.02.2005
Wolfgang Barth
Vorsitzender des KirchenvorstandesTanja Bergelt
PfarrerinUwe Ritter
Pfarrer

